German Rex vom Hause Jung

German Rex

 

Die German Rex – Das Erhaltungsprogramm in der Neuzeit

Keiner von den jetzigen Züchtern hat das Erhaltungsprogramm erfunden. Nach Frau Dr. Scheuer-Karpin haben sich immer wieder wenige Züchter um den Erhalt und den Fortbestand dieser weiterhin seltenen Zucht bemüht. Ende der neunziger Jahre kam sie fast zum Erliegen. Letzte Züchter waren Frau Hackmann (Zwinger "Von Assindia") und Herr Hamann (Zwinger "Vom Hause Hamann") in Deutschland und Frau Schwarzenbach (Zwinger "Frizzled Frolic) bemühte sich in der Schweiz. Herr Hamann züchtet u.a. weiterhin German Rex.

 

Nach Aufzeichnung von Ilona Jänicke:
"Im Sommer 1999 unternahm ich zusammen mit Frau Edel weitere Nachforschungen nach der gelockten, schönen German Rex.
Nur durch Zufall erfuhr ich beim Herumtelefonieren, dass diese hübsche und einzige deutsche Katzenrasse vom Aussterben bedroht war.
Nach einer kurzen Absprache waren wir uns einig, dass wir sofort am Erhaltungsprogramm dieser Rasse arbeiten möchten. Wir wollten keine Seltenheiten besitzen, sondern helfen, die einzige deutsche Katzenrasse zu retten.
Wir erfuhren auch wieder über Umwege und durch Informationsaustausch vom Zuchtvorhaben einer Schweizer Züchterin. Frau Schwarzenbach, die Ende 1995 eine der letzten GRX Katzen, Ra Sitara
und Schirin von Assindia, von Frau Hackmann erhielt, die von 1997 bis 1999 schon diese seltene Rasse züchtete. Leider fand Frau Schwarzenbach in diesem Zeitraum aus uns unvorstellbaren Gründen keine Mitzüchter. Bis dahin veröffentlichte sie mehrere Rasseartikel in Katzenzeitschriften mit ersten Signalen vom Aussterben der Rasse.

Die erste Hybridin
In der Zucht von Frau Schwarzenbach erlebten wir erstmalig die German Rex live: Es war ein wunderbares Gefühl! Die Kätzchen glichen einem Persianerlamm und sie waren watteweich. Völlig begeistert erhielten wir Anfang November 1999 eine schwarze Hybridin "Lump Sugar the Frizzled Frolic".

Das Erhaltungsprogramm in Deutschland wurde neu belebt
Doch wie sollte es nun weitergehen? Wir besaßen eine Hybridin und das GRX-Lockengen wird rezessiv vererbt. Als Partner für Lump kam also nur ein Rexkater oder ein weiterer Hybrid in Frage, ganz gleich ob Cornish Rex oder German Rex, denn beide Rassen tragen das gleiche Lockengen. Sie unterscheiden sich nur im Typ.
Wir inserierten in deutschsprachigen Katzenzeitungen, telefonierten herum und es meldete sich zu unserer großen Freude ein Hybridenbesitzer aus Duisburg. Dieser Mischling (aus CRX und Maine Coon) entsprach natürlich absolut nicht unseren geplanten züchterischen Vorstellungen, aber wir hatten keine Wahl. Wir waren trotz allem sehr glücklich, wenigstens ein männliches Tier mit diesen seltenen genetischen Anlagen gefunden zuhaben.
Endlich ein Kater, wenn auch am anderen Ende von Deutschland.

Die erste "Hochzeit"
Anfang Januar 2000 kam "Samson" (blau-weiß) nach Dresden auf Hochzeitsreise, die leider vergeblich verlief. Der zweite Besuch von Samson war von Erfolg gekrönt:
Lump hatte aufgenommen! Es folgten 67 Tage größter Spannung. Wird ein erstes Rexbaby dabei sein? Viele Rexchen erwarteten wir nicht, denn laut Mendelschem Gesetz hatten wir eine Chance auf 25% Lockentiere.
Lump hielt diese Regel genau ein. Es fielen zwei "normalhaarige" weibliche Tiere, ein normalhaariger Kater und als letztes mit großen Geburtsproblemen ein schwarz-weißes Rexmädchen, unsere "Amarella First Curlyhead vom Batu"
(leider halblanghaar). Der Anfang für eine weitere Katze mit dem wichtigen Rexgen war dennoch getan. Die Schweizer Züchterin empfahl uns die Weiterverpaarung mit Amarella."

Seitdem konnten weitere Züchter für den Zuchtaufbau der German Rex in Deutschland begeistert werden und die einzige deutsche Rassekatze erfreut sich eines steigenden Bekanntheitsgrades, der aber zur Zeit leider wieder nachlässt, da die Zucht aufwendig und mühselig ist.