German Rex vom Hause Jung

Artgerechte Haltung

 

Was für die artgerechte Haltung einer German Rex gilt, gilt natürlich prinzipiell auch für alle anderen Katzen.

Aber was genau bedeutet eigentlich "artgerecht"?

 



Die Haltung des jeweiligen Tieres orientiert sich an den natürlichen Lebensbedingungen und der artspezifischen Verhaltensweise. Diese Punkte muss sich jeder Mensch vor der Adoption eines jeden Tieres, egal welcher Art, vor Augen führen. Hier gilt: so viele Infos wie möglich sammeln, da wir unsere Tiere, in unserem Falle Katzen, von uns abhängig machen. Sie müssen die Lebensumstände der Menschen akzeptieren (egal ob luftig, frei und auf dem Land oder in einem Großstadtzimmer mit Alkoholikern z.B.), wir bestimmen das Futter und emotional sind die Tierseelen auch noch auf uns angewiesen.
Dieser Verantwortung müssen wir uns bewusst sein und unser Möglichstes tun, damit unsere Haustiere ein halbwegs glückliches Leben führen können.

Lebensräume (Wohnungshaltung / Freigänger)

Egal wie groß oder klein die Wohnung auch sein mag, die Katze braucht viele Kletter-, Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten. Die Haltung zweier Samtpfoten ist empfehlenswert, da der Mensch nicht immer zur Verfügung steht, er führt schließlich noch ein anderes Leben mit sozialen Kontakten nach außen. Dies ist unseren Katzen in der Wohnung verwährt. Ein Katzenpartner ist daher für die gegenseitige Fellpflege, Ohren schlecken, jagen usw. erwünscht.
Die Eindrücke, die eine Freigängerin draußen bekommt (abwechslungsreich, aufregend, interessant) muss bei der Wohnungshaltung kompensiert werden. Hier ist Ihre Phantasie gefragt: ein neuer Karton zum Verstecken, ein neues Baldriankissen oder Spielzeug mit Katzenminze. Die Wände der Wohnung können mit Laufbrettern ausgestattet werden (Regal z.B.), Klettermöglichkeiten in die Höhe (Kratzbaum, Schränke) erweitern die Quadratmeterzahl der Wohnungsfläche für die Katze.

Siehe auch Merkblatt 43, Empfehlungen zur Haltung von Hauskatzen (43), TVT (= tierärztliche Vereinigung für Tierschutz):

III Haltung in geschlossenen Räumen ohne oder mit zeitweiligem Auslauf

(1) Die Raumgröße, d.h. die frei verfügbare Bodenfläche, muss für 1-2 Katzen mindestens 15 m² betragen, in Tierheimen, Tierkliniken, Pensionen u.ä. Einrichtungen sind vorübergehend
auch 4 m² ausreichend.

Für jede weitere Katze sind 2 m² zusätzlich erforderlich.
Die Raumhöhe muss mindestens 2 m betragen.
Zitat Ende

 

Das Notwendigste

    Priorität: Zeit, Liebe und Zuwendung
    Priorität: gutes Futter, regelmäßiges Füttern, Fellpflege (Kamm, Bürste oder Tuch, je nach Fellstruktur)
    jährliche Vorsorgeuntersuchungen beim Tierarzt

Alltägliches

Wichtig ist natürlich ein täglich sauberes Katzenklo. Regel: pro Katze ein WC. Die Hygiene ist in der Katzenhaltung sowieso das A und O, da Katzen Sauberkeit lieben.

Die Näpfe müssen mindestens einmal täglich gespült werden; auch der Wassernapf. Tipp: Plastikschalen werden auf Dauer rissig, Bakterien können sich ansiedeln. Die Entstehung von Kinnakne und anderen Krankheiten ist möglich.

Kratzmöglichkeiten

Das Wetzen der Krallen dient der Krallenpflege (wir schneiden unsere Nägel ja auch regelmäßig) und entspricht der Natur der Katze. Draußen wäre es der Baum im Garten. Die Kratzer markieren auch das Revier. Daher: je mehr Katzen im Haushalt leben, desto mehr Kratzbäume und / oder Kratzbretter müssen angeboten werden.

Futter

Das Thema "Futter" habe ich ausgiebig in einem anderen Artikel erarbeitet.
Hier der Link: http://german-rex.info/index.php/katzenfutter

Daher an dieser Stelle nur die Empfehlung Nass- und Trockenfutter gleichzeitig anzubieten. Beim Trockenfutter darauf achten, dass der Getreideanteil so gering wie möglich ist, um die Entstehung etwaiger Allergien zu vermeiden. Die Katze ist schließlich Fleischfresser und kein Vegetarier.

Beschäftigung

Katzen sind geborene Jäger. Die Spannung der Jagd gehört für sie zum Glücklichsein. Im Fachhandel gibt es verschiedenes Spielzeug, welches rollt, raschelt oder sich bewegt. Der Ball wird allerdings erst richtig toll, wenn wir Menschen ihn werfen. Das gilt auch für den Einsatz eines Laserpointers (aber bitte nie in die Augen der Tiere leuchten). Katzen lieben die Jagd nach dem roten Punkt.
Das gelbe Plastik-Überraschungsei kann mit Reis gefüllt und geworfen werden. Das Apportieren erlernen unsere German Rex durch Raschelmäuse, die sich leicht mit dem Maul packen lassen.
Lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf. Selbstgemachtes finden unsere Samtpfoten oftmals interessanter als gekauftes Spielzeug.

Wichtig: das Spielzeug muss Katzen gerecht sein und darf nicht verschluckt werden können. Bänder sind aufgrund der Erdrosselungs- und Verschluckgefahr zu verbannen. Siehe hierzu auch "Gefahren in der Weihnachtszeit": http://german-rex.info/index.php/gesundheit/33-gefahren-in-der-weihnachtszeit

Fazit: Lernen Sie Ihre Katze kennen und lesen Sie von ihren Augen ab, was sie braucht oder was ihr fehlt. Wir "Katzeneltern" haben die Pflicht, unsere ewigen "Katzenkinder" zu hegen und zu pflegen; in guten wie in schlechten Zeiten.

Siehe auch Merkblatt 43, Empfehlungen zur Haltung von Hauskatzen (43), TVT (= tierärztliche Vereinigung für Tierschutz)