German Rex vom Hause Jung

Katzensturz und Physik

Wer glaubt, eine Katze fällt bei jedem Sturz auf ihre vier Pfoten hat im Physikunterricht geschlafen.

Hier eine kurze Ausführung zu diesem Thema, denn ein Butterbrot fällt auch nicht immer auf die mit Butter beschmierte Seite. Viele Komponenten kommen hier zu tragen.

 



Katzen verfügen über einen sogenannten Umdrehreflex, der ihnen hilft, sich im Fall für den Aufprall optimal auszurichten. Dieser Umdrehreflex sorgt dafür, dass die Katze sich innerhalb kurzer Zeit im Fall vom Rücken auf die Pfoten zu drehen. Dabei rudert die Katze zunächst mit dem ausgestreckten Schwanz, um den Fall zu bremsen. Als nächstes wendet sie den Kopf. Die Drehbewegung setzt sich ruckartig in den Vorderkörper fort, der nachdreht.
Zuletzt wird mit Hilfe des Schwanzes der hintere Teil des Körpers in die richtige Position gebracht. Da Drehimpulse im freien Fall erhalten bleiben, muss die Katze während dieses Manövers mit einer gegenläufigen Bewegung des jeweils anderen Körperendes gegensteuern.
Und das alles in Sekundenbruchteilen und auf einer Fallstrecke von weniger als einem Meter.

Selbstverständlich wird diese Körperdrehung nicht bewusst ausgeführt – das würde viel zu lange dauern. Vielmehr wird die Bewegung über schnelle reflektorische Nervenbahnen gesteuert.
Dieser Umdrehreflex entwickelt sich bei der Katze bereits im Alter von wenigen Wochen.
Der Körperbau der Katze tut ein Übriges, um einen Sturz abzumildern, denn er stellt eine optimale Kombination aus dehnbaren Muskeln, Sehnen und Knochen dar. Durch die elastischen Elemente wird Bewegungsenergie aufgenommen, während die stabilen Teile empfindliche Organe vor der Verformung schützen.

Katzen verfügen also schon über die Grundvoraussetzungen, auf die Pfoten zu fallen, solange die Fallhöhe ein Drehmanöver erlaubt!

Bei einem Fall vom Couchtisch kann sich selbst die schnellste Katze nicht mehr umdrehen.
Bei größeren Höhen wie zum Beispiel einem Fall aus einem Hochhaus ist dann die Frage, ob die Katze den Fall unverletzt übersteht. 1987 wird im Journal of the American Veterinary Medical Association berichtet, dass von 132 New Yorker Katzen bei einer durchschnittlichen Fallhöhe von 5,5 Stockwerken 90 Prozent den Sturz, wenn auch teilweise schwer verletzt, überlebten. Die Zahlen beziehen sich allerdings nur auf Katzen, die in eine Tierklinik eingeliefert wurden und somit verzerrt, da Katzen, die sofort nach dem Sturz tot waren, nicht mehr in die Klinik gebracht wurden und somit gar nicht in der Statistik enthalten sind. Zudem ist die Berichterstattung in den Medien in Richtung von Katzen verzerrt, die Stürze aus großen Höhen überlebt haben. Denn wer würde schon über eine Katze berichten, die bei einem Sturz aus dem siebenten Stockwerk stirbt? Wobei das siebente Stockwerk für Katzenstürze eine magische Zahl zu sein scheint. Denn während bis dahin die Überlebenschance der stürzenden Katze mit zunehmender Stockwerkzahl sinkt, steigt sie danach wieder.
Grund hierfür ist, dass ab einer bestimmten Falldauer der Luftwiderstand die Fallbeschleunigung aufwiegt. Bei Katzen liegt die Grenzgeschwindigkeit, bei der dies geschieht, bei ca. 100 km/h.

Für den Menschen steht es da übrigens weniger gut: bei ihm liegt die Grenzgeschwindigkeit bei 200 km/h. Auf längeren Fallstrecken kann sich die Katze also in optimaler Fallposition ausrichten, diese stabilisieren und dann auf allen Vieren landen. Allerdings gibt es noch einen Faktor, der entscheidend dafür sein kann, ob eine Katze einen Sturz aus großer Höher unverletzt überlebt oder nicht: der Füllungszustand der Blase. Stürzt nämlich eine Katze mit einer prall gefüllten Blase, deren höchste Dehnung erreicht ist, kann die Blase ähnlich einem mit Wasser gefüllten Ballon platzen. Es kommt dann zu schweren inneren Blutungen, deren Folge der Tod ist.

Quelle: "Katzencontent"

Folgeverletzungen

Ebenso vielfältig wie die Sturzursache sind die möglichen Folgen. Zu den entscheidenden Faktoren gehören dabei die Sturzhöhe und der Untergrund, auf den die Katze auftrifft. Im Gegensatz zum Hund dreht sich die Katze während des Falls um ihre Längsachse, so dass sie auf den Pfoten landet. Aus diesem Grund kann ein Sturz mit einem großen Schrecken für sie oder mit glimpflicheren Verletzungen (Abschürfungen, Prellungen, Brüche im Bereich der Vorderpfoten) ausgehen. Bei einem Sturz aus größerer Höhe ist die Wucht des Aufpralls jedoch so hoch, dass die Katze ihn nicht abfangen kann. Dies gilt besonders bei hartem Untergrund wie Stein oder Beton. Zu den dabei auftretenden Blessuren zählen mehrfache Brüche der langen Gliedmaßen- und der Schädelknochen (vor allem im Bereich der Kiefer, Gaumenspalte usw.) und stumpfe Verletzungen innerer Organe, die den sofortigen Tod des Unfallopfers zur Folge haben können (siehe oben: geplatzte Blase).

Akute Atemnot kommt bei einer gestürzten Katze häufig vor und beruht auf Verletzungen im Brustkorbbereich wie Lungenblutung, Lungenriss mit Austritt von Luft in den Brustkorb (sog. Pneumothorax) oder Zwerchfellriss. Unter Umständen weist ein gefallenes Tier keine oder nur unauffällige Symptome auf, so dass mancher Katzenbesitzer einen Tierarztbesuch nicht für notwendig hält.

Fazit:
Nach jedem (!) Sturz ist die betroffene Katze zum Tierarzt zu bringen. Sie kann nach obigen Ausführungen auch nur augenscheinlich unverletzt sein und selbst Wochen später an den Unfallfolgen versterben. Niemand kann ernsthaft glauben, dass "das alles nicht so schlimm ist", denn Katzen haben doch schließlich "sieben Leben".  Naja....