German Rex vom Hause Jung

Warum die Kastration von Liebhabertieren so wichtig ist

Letzte Woche mal wieder selbst erlebt und eingegriffen:
geliebte (oder eher ungeliebte) Hauskatzen laufen jahrelang dauerrollig im Haus herum. Sie markieren, sind unzufrieden, schwanken zwischen Aggression und Depression. Man kann von Tierquälerei sprechen….

Endlich fand der Gang zum Tierarzt statt: fortgeschrittene geschlossene Gebärmutterentzündung, Tumore sowie Zysten an der Gesäugeleiste usw.. Eine Gebärmutter stand schon kurz vor dem Platzen. Dies hätte den baldigen Tod der Katzendame bedeutet. Aber auch die Tumore werden schnell lebensbedrohlich und müssen operativ entfernt werden.
Eine Folge daraus, dass die beiden Katzendamen nicht gepflegt wurden.
Die Tiere hatten nie eine Ruhephase zwischen den Rolligkeiten, die Abstände waren viel zu kurz, da ein Deckakt nicht stattfand und somit der Eisprung ausblieb; Schmerzen waren ihr täglicher Begleiter.
Nicht nur ein verantwortungsvoller Züchter sollte regelmäßig seine Katzen untersuchen und seine Vierbeiner artgerecht halten. Auch Liebhaber sind verpflichtet, sich ordentlich um ihre Tiere zu kümmern; selbst wenn es sich nicht um Rassekatzen handelt.
Wer nun meint, das gilt nur für Katzendamen und nicht für Kater irrt.
Auch Kater, die nicht zur Zucht eingesetzt werden, sind kastriert glücklicher. Sie neigen nicht zum Streunen, es finden keine Revierkämpfe statt, Verletzungen bleiben aus und es wird nicht im eigenen Haushalt markiert. Auch Katzendamen können übrigens in ihrem Umfeld markieren.
Wer nun jedoch immer noch glaubt, jede Katze sollte mindestens einmal in ihrem Leben Nachwuchs haben, irrt ebenfalls. Der Deckakt an sich ist für die Katzendame nicht angenehm. Hier setzt sich lediglich der Trieb zur Arterhaltung durch.

Die Kastration ist eine vernünftige Entscheidung. Man verringert durch diesen Eingriff deutlich die Gefahr der eingangs beschriebenen beiden Fälle: gefährliche hormonelle Erkrankungen wie Tumore, Gebärmutterentzündungen, Zysten oder auch Prostatakrebs bei einem Kater.
Die Tiere können ein zufriedenes Leben führen.
Man fördert damit positive Eigenschaften wie z.B. die Menschenbezogenheit.

Den Zeitpunkt dieses Eingriffs bespricht man mit seinem Tierarzt. Einen Kater würde ich persönlich immer erst nach dem vollendeten 6. Lebensmonat kastrieren lassen, ein Mädchen vor oder nach der ersten Rolligkeit (ebenfalls nach Absprache mit dem Tierarzt in Einbezug der Lebensumstände der Katze).
Kastration bedeutet hier das operative Entfernen der Keimdrüsen.
Das sind beim Kater die Hoden, bei der Katze die Eierstöcke.