Das Outcross-Programm

 

Outcross bedeutet das Einkreuzen bzw. Auskreuzen eines reinerbigen Tieres mit einer anderen Rasse, um Inzucht und daraus entstehende Erbkrankheiten zu vermeiden und um die Abstammungslinien zu erweitern.

 

 

Für die German Rex bedeutete dies in der Vergangenheit, reinrassige German Rexe mit anderen Katzenarten zu verpaaren. Diese so entstandenen Hybriden (Mischlinge) waren demzufolge überlebenswichtig für die Arterhaltung und der daraus folgenden Aufbauzucht. Großen Dank gilt an dieser Stelle Frau A. Hackmann (ehemaliger Zwinger "Assindia`s") und Herrn Thomas Hamann (Zwinger "Vom Hause Hamann").

"Wie Sie nun bereits aus der Geschichte der German Rex wissen, gab es Ende 1999 weltweit kaum noch zuchttaugliche Tiere dieser Rasse.

Die, die noch unkastriert für den Zuchtaufbau bzw. das Erhaltungsprogramm geblieben waren, waren sehr eng miteinander verwandt. Für einen gesunden und langfristigen Zuchtaufbau war dieser Grundstein nicht geeignet.

Der Genpool musste sofort erweitert werden.

Das ist ein aufwändiges und über Jahre andauerndes Programm, welches sich letztlich für die Rasse lohnt! Die Katzen der Zukunft sind gesund, robust und besitzen eine höhere Lebenserwartung. Unser Programm befindet sich jetzt im 5. Jahr.

Wir kreuzen in ca. jeder zweiten Generation glatthaarige Tiere ein. So entsteht eine breite Zuchtbasis. Es wäre derzeit auch für uns ein Leichtes, Rex mal Rex zu verpaaren um sehr schnell zu Jungtieren zu kommen, doch das sind nicht unsere Ziele. Wir wünschen eine gesunde kernige Rasse, frei von jeglicher Inzucht, denn der Inzest war bei den Basistieren leider schon an der Tagesordnung."
Zitat von Ilona Jänicke

 

 

 

Geeignete Katzenrassen für den Outcross

Auf den ersten Blick sind normale Hauskatzen (HK) für eine Outcross-Verpaarung geeignet gewesen. Die Problematik springt uns aber direkt ins Auge (Kommentar von K. Müller-Jung) und wird ebenfalls von Ilona Jänicke gut beschrieben:

"Das Problem ist, dass sie wirklich gesund sein müssen. Freilaufende Katzen können z.B. leicht an FIP oder Leukose erkrankt sein. Auch kennt man die genetischen Hintergründe nicht. Da freilaufende Katzen sehr häufig kastriert werden, sind die Tiere, die sich noch paaren können, leider selbst schon Inzuchtkinder. Und damit wären wir wieder beim ersten Problem angelangt.

Wesentlich besser geeignet ist eine Europäisch Kurzhaarkatze (EUR).

Sie besitzt einen Stammbaum und die Ahnen sind bekannt. Leider gibt es in Deutschland keine weiteren EUR-Züchter.

Die Europäisch Kurzhaarkatze ist eine Natur belassene, oftmals inzuchtfreie, gut aussehende Katzenrasse, die in vielen Ländern Europas sehr beliebt ist und mit Erfolg gezüchtet wird. Sie ist robust, gesund und ihre Optik einfach süß und zum Knuddeln.

In vielen Verbänden dürfen für die bessere Fellstruktur (Wellen) Cornish Rex eingekreuzt werden. Diese Rexrasse besitzt das gleiche Lockengen wie die German Rex. Sie unterscheiden sich erst seit ein ca. drei Jahrzehnten deutlich optisch voneinander und daher könnte es, bei einer unüberlegten Verpaarung, zu einer Verwischung des Standards der German Rex führen. Dazu mehr bei den "FIFe Zucht- und Registrierungsregelungen".

Optisch entspricht die German dem Rassestandard der "Russisch Blau". Sie entstammt ja auch ursprünglich aus einer Verpaarung zwischen einer Russin und einer Angorakatze.

 

 

Candice vom Hause Jung


Daher wäre die Russisch Blau ebenfalls gut geeignet für einen sogenannten Outcross (K. Müller-Jung).

Mehr zu der German Rex x Russisch Blau gibt es in meinem Blog:

http://germanrexvomhausejung.wordpress.com/2014/08/28/zur-erinnerung-an-den-ursprung-der-german-rex/

Für all diese Outcross-Verpaarungen benötigt man eine Experimentalgenehmigung des Zuchtvereins.

teilweise Quelle: German-Rex-Zuchtfreunde, Stand 2007

 

 

 

Aktuell und für die Zucht ganz wichtig:

Die "FIFe" (Fédération Internationale Féline) legt in ihren Zucht- und Registrierungsregelungen keine Verpaarung mehr von einer German Rex mit einer anderen Rasse fest. German soll mit German verpaart werden: Ausgabedatum 01.01.2010

FIFe Zucht- und Registrierungsregelungen,
Punkt 4. Registrierungsregelungen, 4.1 Liste der anerkannten Rassen mit empfohlenen Kreuzungen, GRX German Rex, empfohlene Kreuzung: keine

Dies ist lediglich eine Empfehlung der FIFe. Man muss eine Outcross-Verpaarung abwägen, um den Genpool mit Bedacht weiterhin zu erweitern, da die German Rex immer noch eine sehr seltene Katzenrasse ist und der Genpool erweitert werden muss. Denkbar wären, mit dem Zuchtziel "Allergiker geeignet", Verpaarungen mit Cornish Rexen, die dem alten englischen Stil entsprechen und somit dem Aussehen der German Rex deutlich näher kommen als der "amerikanische" Standard einer "Cornie", die für solche Verpaarungen z.B. viel zu große Ohren, einen zu schlanken Körperbau besitzt und zu hochbeinig ist. Die Cornish trägt das gleiche Lockengen wie die German. Auch sie kann daher, genau wie die German, für Allergiker geeignet sein. Abwegig wäre solcher Outcross also gar nicht, im Gegenteil; siehe dazu Punkt "Erhaltungsprogramm in der Neuzeit". Die German unterscheidet sich also nicht genetisch, sondern rein optisch von der Cornish.

Die Zucht einer reinerbigen German Rex ist immer noch sehr aufwendig in Bezug auf Zeit und Kosten. Aber wir investieren sehr gerne alles, was uns zur Verfügung steht für diesen Weg, denn wir lieben diese Katzen. Die Erweiterung des Genpools bleibt trotz unseres Zuchtzieles "geeignet für Allergiker" ein wichtiger Punkt, da wir (wir = alle GRX-Züchter) uns immer noch in der Phase der Aufbauzucht befinden. Wir (wir = die Familie "Vom Hause Jung") können aber aufgrund unseres Zuchtzieles und meiner eigenen Katzenhaarallergie keine Hauskatzenverpaarungen vornehmen. Ich weiß von meinen eigenen allergischen Reaktionen her, dass die Hauskatze und die BKH in der ersten sowie in der zweiten Generation (Eltern und Großeltern einer Katze) das Allergiepotential drastisch in die Höhe ziehen und es mir gesundheitlich dann nicht gut geht.